6/30/2015

... küssen besser


Jaaa, endlich wieder bunte Haare! Was fühle ich mich damit wohl. Wie lange? Kann ich nicht sagen. Denn ich wette mit euch: noch ein paar Wochen, dann meckere ich wieder rum, wie viel Aufwand Meerjungfrau-Haar ist. Denn das ist es. Aber dazu gleich. Jedenfalls bin ich jetzt mit dem Blondieren soooo vorsichtig, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Nein, ich gehe damit immer noch nicht zum Frisör (was ich jedem empfehlen würde), weil ich denke, dass ich mich inzwischen ziemlich gut auskenne. Denke, wohlgemerkt. Wir werden sehen. Eine Kurzhaarfrisur ist ja auch schick. 

Heute möchte ich euch von meinem "Da ist es wieder!"-Prozess berichten. Ich liebe solche Tutorials auf anderen Blogs und vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen weiter. Los geht's!



Bleichen
Ich empfehle, wie schon oben, den Frisör. Vor allem, wenn ihr komplett neu anfangen wollt, also euer Haar noch nie die Freuden des Regenbogens erfahren durfte. Ich persönlich habe nur das gesunde Haar gebleicht (ihr erinnert euch, wie kaputt der Rest meiner Haare ist, der hier in Braun zu sehen ist - mit ein paar Extensions, selbstverständlich.). Dabei habe ich 6 % Entwickler benutzt, obwohl ich zu 3 % rate. 3 % funktioniert genauso gut, dauert nur länger und geht über Orange, weil schonender. Aber weil ich noch eine halbe Flasche 6 % da hatte, war ich so frei. Habe es aber nur sehr, sehr kurz drauf gelassen, die Mischung 50:50 mit blauem Blondierpulver. Blau wirkt dem Gelbstich entgegen. Beides habe ich aus dem Frisörbedarfsladen bezogen. Ich wickele den Kopf immer mit Frischhaltefolie ein und diese dann mit einem Handtuch, damit mein Haar schön warm bleibt. Wärme fördert die Entwicklung.

Tönen
Nach ca. 15 Minuten habe ich die Masse abgespült und mit Shampoo ausgewaschen. Für eine anschließende Tönung spare ich mir den Conditioner, weil das Haar so die Farbe besser aufnimmt. Die ich dann auf die nassen Haare aufgetragen habe. Ich entschied mich für "Peacock Blue" von Crazy Color, vegan, tierversuchsfrei und ohne Silikone. Hierzulande kriegt man die Reihe nur über das Internetz, aber da ich Directions nicht vertrage (ich kriege immer Ausschlag davon) bleibt mir keine andere Wahl. Auf der Webseite sehe ich gerade, dass sie den Farbton gar nicht mehr im Sortiment haben. Aber über diverse Anbieter kriegt man den noch, also keine Sorge.

Länger als eine Stunde braucht ihr die Tönung nicht einwirken zu lassen. Alles, was danach noch drauf bleibt, wirkt nicht mehr. Ausspülen mit eiskaltem Wasser, da dieses die Haarschüppchen schließt und die Farbe länger im Haar bleibt. Und danach ist eine Sprühkur euer bester Freund, denn ab jetzt wollt ihr so gut es geht vermeiden, euer Haar zu waschen.




Farbschutz
Jetzt habt ihr also wundervolles, pfauenblaues Haar. In meinem Fall leicht grünes, wie man vor allem am Ansatz sehen kann. Das liegt daran, dass das Blond darunter eher gelb ist. Da ich aber die Bleiche nicht länger drauf lassen wollte, muss ich mich wohl ein paar Monate damit abfinden. Stück für Stück, hauptsache schonend, ist meine Devise. Aber jetzt fängt die Arbeit erst richtig an. Denn euer Haar wird genau bis zur nächsten Wäsche so aussehen. Ab dann fängt es an, sich rauszuwaschen. Für mich kein Problem, da ich Pastelltöne bevorzuge. Trotzdem sollen auch diese natürlich so lange wie möglich halten. Wie schaffe ich das? 

Erstens, wie ich schon sagte: Nicht zu oft waschen. Versucht, es auf zweimal die Woche zu reduzieren. Trockenshampoo ist euer bester Freund. Und kaltes Wasser. Nie wieder warmes Wasser - ist in der Früh beim Duschen der Horror, aber man kann sich ja auch angewöhnen, Haare und Körper einzeln zu reinigen. ICH kann das nicht, weil ich auf meine morgendliche Badesession nicht verzichten kann, dafür liebe ich sie zu sehr. Dafür muss ich mit schneller ausgeblichenem Haar leben. Aber ihr müsst das nicht!

Zweitens würde ich euch einen selbst angerührten Farbcocktail ans Herz legen, der gleichzeitig pflegt. Nach jeder Wäsche (bitte nutzt ein Shampoo ohne Silikone oder Salze, denn beides wird eure Farbe ebenfalls schneller verschwinden lassen als Houdini - mein Tipp: der altbekannte SauBär) gebe ich eine Paste, der als Basis aus dem Pureology Essential Repair Instant Repair Leave-In Conditioner besteht, den ich hier schon besprochen habe und eigentlich kein Fan davon bin, aber zu diesem Zweck eignet er sich hervorragend. Man muss sich nur zu helfen wissen. Dazu mische ich zu gleichen Teilen normalen Conditioner (ohne Silikone), ein paar Kleckse des "Peacock Blue" und ein paar Kleckse "Silver", das ich auch noch da hatte und man die Farben immer gut untereinander mischen kann. Eine Messerspitze Kokosnussöl kommt auch noch mit in den Mix, denn Pflege ist alles. Und dann gut in einer leeren Pumpflasche schütteln. Auftragen bitte nur mit Einweg-Handschuhen, damit ihr nicht tagelang mit blauen Händen rumlaufen müsst. Wenn trotzdem mal was auf die Haut kommt, greife ich zu Abschminktüchern und rubbele ein bisschen, das hilft. Das Badezimmer kann "entspritzt" werden, wenn ihr Essigreiniger zur Hand habt. Das funktioniert ganz gut. Trotzdem wäre ich vorsichtig. Wenn eine Armatur mal porös ist, kann das in ganz schöne Schrubberei ausarten.
Die Paste für ein paar Minuten einwirken lassen, dann ausspülen. Wenn ihr den Cocktail nicht jedes Mal benutzen möchtet, denkt auf jeden Fall daran, nach dem Haarewaschen eine Sprüh-Kur, Leave in natürlich, anzuwenden. Eure Haare brauchen jetzt Hilfe, denn sie stehen unter arger Belastung. Ach ja - bitte ohne Silikone! Ich weiß, ich sage es oft, aber ihr wollt ja auch lange was von eurem Meerjungfrauen-Haar haben!

Drittens solltet ihr eure Haare einmal in der Woche einer pflegenden Kur unterziehen, und das am besten so lange, wie es geht. Gerne auch über Nacht. Einfach eine Duschkappe drüber und fertig. Wenn euch das nervt, dann versucht es wenigstens für zwei Stunden am Wochenende. Auch das hilft schon. Mischt euch ein bisschen Kokosöl, Arganöl, Mandelöl oder Olivenöl (je nachdem, was eure Haare besser aufnehmen), erwärmt es, und massiert es in eure Tressen. Auswaschen lässt sich Öl am besten mit Conditioner.
Alternativ: Eine Mischung aus Avocado, Joghurt und Ei. Honig würde ich weglassen, weil Honig die Haare wieder aufhellt, und das wollt ihr ja eben nicht.




Meine Haare sehen übrigens nach einer Woche des jeden Tag Waschens so aus - ich habe meine Farb-Paste zweimal angewendet, eine Kokosöl-Kur gemacht und - ganz wichtig - so oft es ging das Haar lufttrockenen lassen. Denn Hitze solltet ihr auf jeden Fall vermeiden. Euer strapaziertes Haar wird es euch danken!

Wie ihr sehen könnt, ist der Ansatz bis zu den Ohren gesund. Bisschen wild, der Naturwelle und dem Lufttrocknen wegen, aber gesund. Die Spitzen sind noch ein bisschen angefressen, das sind noch die Reste des letztjährigen Unfalls. In einem halben Jahr kommt das auch noch weg. Lustig ist der hellila Streifen, den ihr zwischen Spitzen und Ansatz sehen könnt. Das, meine lieben Muffinchens, ist das Elumen. Fazit: Elumen geht nie, nie, nie wieder raus! Denkt an meine Worte! Ich finde es trotzdem okay, sieht ein bisschen wie gewollt aus. Und ändern kann ich es ja eh nicht. Aber denkt an meine Worte!

Ich hoffe, mein kleiner Ausflug in die Welt der Haare hat euch geholfen und gefallen. Wie immer gilt: Was für meine Haarstruktur das Richtige is, gilt nicht für jeden. Gerade was Kuren angeht, müsst ihr ausprobieren, welche am besten zu euch passt. Wenn ihr noch Fragen habt - gerne fragen! Dafür bin ich da.

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