5/06/2015

Sugly

In den letzten Tagen musste ich mal wieder feststellen, dass die ganze Hand futsch ist, wenn man seinen kleinen Finger zu weit rausstreckt. Ist es denn wirklich so unnormal zu erwarten, dass das Gegenüber eine nette Geste einfach genauso nett annimmt, sich entsprechend verhält und gut ist? Ja. Das ist es wohl.

Ich habe von einer lieben Freundin einen wundervollen Vintage-Tisch (wer meinen Instagram-Account verfolgt, kennt ihn!) erstanden (an dieser Stelle noch mal: Ich werde ihn in hohen Ehren halten! Schließlich ist er mir doppelt so lieb, da er daher kommt wo er her kommt.). Um Platz in meinem Schuhkarton zu schaffen, wollte ich dafür mein Vierer-Expedit sowie meinen völlig funktionstüchtigen Röhrenfernseher (weil ich einfach niemals fern sehe) verschenken. Warum auch verkaufen? Das Expedit hatte eine angekratzte Oberfläche, einen Röhrenfernseher möchte sowieso keiner mehr. Wobei ich da auch anfangen könnte, zu diskutieren, denn ich persönlich würde mich über einen Röhrenfernseher freuen, würde ich denn ein TV-Gerät benötigen. Aber anscheinend muss es heute Flatscreen sein. Naja.

Jedenfalls bot ich die beiden Gegenstände auf diversen Verschenk-Plattformen an. Und wie immer, wenn ich etwas verschenken will, machte ich die gleiche Erfahrung: Alle wollen ein Geschenk, aber keiner ist dankbar. 
Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ich erwarte keine Rosen und Schokolade. Was ich erwarte, ist Pünktlichkeit. Verlässlichkeit. Höflichkeit. Aber Geschenktes scheint keinen Wert mehr zu haben in dieser Welt. "Ich will!", schreien alle, aber wenn es dann um das Abholen geht, habe ich schon die abenteuerlichsten Geschichten erlebt: Von "Können Sie mir das auch bringen?" bis zu "Kann ich das auch noch gratis dazu haben?". Und, wie dieses Mal auch, der Klassiker: Dreimal haben wir einen Termin zur Abholung ausgemacht. Beim letzten Mal sagte der Kandidat noch nicht mal ab. Was soll das? Ich würde mich nie, nie, niemals so verhalten! Im Gegenteil - wenn mir schon jemand etwas umsonst gibt, bin ich doch doppelt so dankbar, oder nicht? Dann bin ich rechtzeitig vor Ort, bedanke mich nett und gut ist! Warum ist das so schwierig? 

Ich hasse es, noch funktionstüchtige und schöne Dinge einfach wegzuwerfen. Aber beim nächsten Mal muss ich wirklich gut überlegen. Denn langsam steht es mir bis hier. Kein Wunder, dass wir aus solch einer Wegwerf-Gesellschaft bestehen. Denn wie es in den Wald herein ruft, so schallt es auch heraus! Oder wie seht ihr das?



Kleid - Primark
Tasche - Clockhouse


Manchmal muss man allerdings auch einfach mal Glück haben. Wie ich mit meiner Sugly-Tasche. Wie genial ist die bitte? Leider schon überall ausverkauft. Aber vorenthalten will ich sie euch dennoch nicht, vielleicht gibt es ja bald im C&A einen noch genialeren Nachfolger? Man weiß nie! Seit ich sie habe, schleppe ich sie überall hin mit. Einziger Wehmutstropfen: Der Reißverschluss ist schon kaputt.

Dazu habe ich mich in eins meiner Lieblingskleider geworfen. Früher hielt ich mich ja meterweit von Pünktchen entfernt. Ganz kleingemustert mag ich sie immer noch nicht. Aber hier hat das Muster genau die richtige Größe. Ich liebe auch die Ärmel, weil sie so ein kleines bisschen über die Schultern hinaus gehen. Ganz nackte Schultern habe ich nicht so gern. Außer bei Tube-Tops, aber die sind ja sowieso doof, weil man ständig dran rumzuppeln muss.

Hier habe ich mal was Neues probiert: Die letzten zwei Bilder sind in Bewegung entstanden. Ich tanze. Und was kommt dabei heraus? Ein tanzender Gnom! Findet ihr nicht, dass mein Gesicht doch etwas koboldhaftes hat?

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