1/24/2015

Home Improvement

Es gibt für mich kaum etwas Entspannenderes als meiner Hände Arbeit. Ja, ja, mögt ihr da sagen, aber als Journalist höchstens mal 'ne Lampe aufbauen und sonst nur Anweisungen geben oder sitzende Arbeit verrichten. Aber es ist doch so: In dem Moment, in dem man durch sein täglich' Brot dazu gezwungen ist, zu tun, was eigentlich sonst ein Hobby ist - dann fängt es an, keinen Spaß mehr zu machen. Jedenfalls geht es mir so. Müsste ich jetzt täglich eine vorgegebene Menge Tische tischlern oder Lampen lampen, äh, anbringen, dann würde ich das zu Hause sicherlich nicht mehr tun. Und der Spaß wäre nach der 500sten abgeschmirgelten Aufbewahrungsbox auch weg. Deshalb hebe ich mir DIY für zu Hause auf. Das einzige Problem: ich kann es nun nicht so besonders gut. 

"Alles ein bisschen", ist mein Motto, denn ab einer gewissen Grenzen hört das Talent bei mir auf. Geht mir in vielen Dingen so. Klavier spielen, tauchen, Tischtennis, stricken, Gitarre, Mathe. Ich will, ich KANN aber nicht mehr. Noten sind mir ab dem Fis ein Rätsel, Kurvendiagramme wollen sich nicht zeichnen lassen und die Augen unter Wasser öffnen ist schlicht und einfach nicht möglich. Früher hat mich das maßlos geärgert. Aber mit dem Alter kommt die Gelassenheit, oder so. Ich habe erkannt, dass ich nicht in allem die Beste sein kann und es auch nicht muss. So lange mir Spaß macht, was ich tue, ist ein selbstgestrickter Schal mit Macken doch in Ordnung. Klar bin ich noch immer neidisch auf die Mädels, die wundervolle gemusterte Zopfpullis zaubern können, aber es ist ein gesunder Neid. Ein bewundernder Neid. Dafür kann ich andere Sachen: Singen. Zeichnen. Schreiben. Die Finger bis zum Handgelenk biegen (ich habe nicht gesagt, dass es nützliche Talente sein müssen). 
Mein neugestalteter Schuhkarton ist nicht perfekt. Aber ich habe die Wände selbst gestrichen, die Lampen angeschlossen und Möbel zusammen gezimmert. Und deshalb liebe ich ihn noch viel mehr.


Oberteil & Hose - Primark


Bei der Wohnungsumgestaltung ist ein lässiger Look natürlich Pflicht (aber vorsicht beim Streichen - dann doch lieber in Klotten, die weg können!). In den Klamotten muss ich mich bewegen können und deshalb müssen sie an den richtigen Stellen eng und weit sein. Wie hier die schwarze Stretch-Hose und der warme, locker fallende Pullover. Alltagstauglich sind die Sachen zudem und ich liebe die Fledermausärmel, die genau die richtige Länge haben. 
Ich finde Ärmel, die direkt am Handgelenk abschließen, grausam. Die schiebe ich immer hoch. Entweder müssen sie bis zur Hälfte der Hand gehen (was kaum ein Ärmel hinbekommt) oder eben gleich so gekürzt sein wie hier.

Beim Editieren ist mir aufgefallen, dass man hier zum ersten Mal so richtig mein "Dunkler Turm"-Tattoo sieht. Deshalb vielleicht eine kurze Erklärung: Ich bin der größte lebende Stephen King-Fan der Welt. Und seine "Der dunkle Turm"-Reihe wird fast religiös jedes Jahr einmal gelesen. Darin geht es um den letzten Revolvermann, dessen einziges Lebensziel es noch ist, den dunklen Turm zu erklimmen. Warum? Unklar. 
In einer Welt, die stellenweise wie ein Italo-Western, stellenweise wie eine Zukunftsversion nach einem Atomunglück anmutet, verfolgt er den Mann in Schwarz, der ihm dabei helfen soll. Während seiner Reise trifft er auf Gefährten aus unserer Welt, aber aus verschiedenen Zeiten. Es gibt Zauberer, sprechende Tiere, Roboter, Liebesgeschichten und tausend Berührungspunkte mit allen Werken von King, die ich als Harcore-Fan natürlich besonders genial finde. Der erste Band ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil er von einem studierenden Jung-King geschrieben wurde, der nicht wusste, dass daraus dieses Epos werden würde. Vor ein paar Jahren hat der Meister des Horrors aber Band 1 noch einmal überarbeitet und die Version ist besser und fügt sich natürlicher in den Rest der Reihe. Ab Band 2 seid ihr süchtig, außer revolverschwingende Ritter, mutierte Menschenfresser und rätselratende Züge sind so gar nicht euer Ding.
Aber zurück zum Tattoo: Das Zeichen ist das Sigul der Eld-Linie. Arthur Eld war der erste Regent der mystischen Welt des "Turms" und Roland, der letzte Revolvermann, ist sein Nachkomme. Er steht für das Weiße und alle Revolvermänner. Und für mich natürlich auch für meine geliebte Buchreihe und meine große Liebe, das Schreiben.


"Ich ziele nicht mit der Hand; wer mit der Hand zielt, hat das Angesicht seines Vaters vergessen.
Ich ziele mit dem Auge. 

Ich schieße nicht mit der Hand; wer mit der Hand schießt, hat das Angesicht seines Vaters vergessen. 
 Ich schieße mit dem Verstand.  

Ich töte nicht mit meiner Waffe; wer mit seiner Waffe tötet, hat das Angesicht seines Vaters vergessen. 
 Ich töte mit dem Herzen."

- Stephen King, "Der dunkle Turm"

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