1/21/2015

Gossip Girl

Eine gute Freundin, die aus Australien kommt, hat mir mal folgenden Rat gegeben: Wenn alles scheiße ist, zieh' doch einfach um. Seitdem beherzige ich diesen Ratschlag. Ein Neuanfang ist befreiend und es gibt nichts besseres zur Ablenkung, als eine neue Stadt zu erkunden. Eine neue Wohnung einzurichten. Ein neues Leben zu organisieren. 
Keine Altlasten. Herrlich. Das gilt natürlich nicht für jeden. Ich bin ein Zugvogel und war es immer schon. Drei Jahre an einem Ort waren bisher das höchste der Gefühle. Hannover, München, London, Köln, Urlaub, Urlaub, Urlaub. Stockholm. Glasgow. Melbourne. Dublin. Edinburgh. Palma. Paris. Strasbourg. Ich will alles sehen und erleben und das nicht von Außen, sondern mitten drin. Cluburlaub ist der Teufel. Ich will Rucksack, Hintergassen, Schlafen am Flughafen, Locals. 
Menschen, die es lieben, einen sicheren Hafen zu haben, denen würde ich meinen Lebenswandel nun nicht ans Herz legen. Und sicher sagen viele, vor seinen Problemen kann man nicht davon laufen. Aber das mache ich auch gar nicht. Denn ich weiß, dass das nicht geht. Doch die Perspektiven verschieben sich durch einen Neuanfang. Man sieht, dass es noch so viel mehr zu entdecken und zu erleben, ach, was sag' ich, leben gibt. Dieses eine Problem ist nicht das Ende der Welt. Ein Neustart ist immer und überall möglich. Und durch den Ortswechsel bin ich jedes Mal so abgelenkt, dass ich an 23 Stunden des Tages vergesse, dass ich überhaupt ein Problem habe.


3D-Schmetterlings-Wandtattoo - Catadewa-Hobby-Creativ
Petrol-Wandfarbe - Rafa
 

Ich will jetzt nicht sagen, dass tiefster Trübsal der Grund für alle meine Umzüge war. Ganz im Gegenteil. Wie gesagt: Zugvogel. Und auch ich liebe meinen sicheren Hafen, den ich mir aber recht schnell schaffe, in dem ich mich mit Sachen umgebe, neben denen ich mich heimisch fühle. Letztes Jahr siedelte ich von meiner millionsten WG zum ersten Mal in eine eigene Wohnung über, meinen Schuhkarton. Ich füllte ihn mit all meinen geliebten Sachen. Das Konzept: Wald. Ihr kennt die Bilder, hier und hier. Als ich Ende des letzten Jahres aber wieder dieses altbekannte Ziehen im Bauch spürte, mich aber in Köln überraschenderweise noch recht wohl fühle (Köln rockt!) und Urlaub gerade leider nicht drin ist, machte ich mich wie ein fleißiges Bienchen über meinen Schuhkarton her. 
Und nun das Ergebnis: Vom Wald hin zu Urban Verrückheit. Ich liebe es, seltsame Elemente mit sauberen Einrichtungsgegeständen zu mixen. Schwarz, weiß und braun, bunte Bilder, Bleistiftzeichnungen, Kisssssssssen, Füchse und Nippes, der überhaupt keinen Sinn macht.
Ansonsten sind Flohmärkte mein zu Hause. Es gibt nichts Besseres als Dinge, die eine Geschichte haben, auch wenn ich sie nicht kenne. Und Inspirationen hole ich mir ganz gerne mal aus dem TV. Wie meine schöne Schmetterlingswand, deren Grundidee aus dem Zimmer von Serena van der Woodsen stammt. Mein Einrichtungstraum ist übrigens die Loft von Mary Margaret aus "Once upon a time". Würde ich dort wohnen, nie wieder würde ich umziehen. Zugvogel hin oder her.

Kommentare:

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    1. Danke! Muss es auch, ich kann bei dieser Kälte das Haus einfach nicht verlassen :D.

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  2. Ein schöner Post. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass es dich nicht lange an einem Ort hält :)

    Liebe Grüße Jacky
    von http://www.themermaidscandy.com

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    1. Danke! Ja, ich kann kaum die Füße still halten - nächsten Monat gehts zum Ausgleich erstmal nach Amsterdam :).

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