1/24/2014

Ein haariges Experiment


Ich wasche mir die Haare nicht. Schock. Nochmal lesen. Ihhhh! So. Jetzt noch mal von vorn. So ganz stimmt das nämlich nicht. Ich wasche mir die Haare nicht mehr mit Shampoo. Ab heute. Ganze sechs Wochen lang (und wenn das gewünschte Ergebnis erzielt wird, natürlich auch länger). Hoffentlich. Ob ich das aushalte, weiß ich nämlich nicht. 



Erster Tag, kein Shampoo - so weit, so gut... // First day no poo - so far so good...


Die Bewegung ist nicht neu. „No poo“ nennt sich der Trend, die Haare ohne handelsübliche Shampoos zu waschen. Das soll gesund für den Skalp sein und eine wunderbare, wallende Bollywood-Windmaschinenmähne hervorrufen. Anhänger von „No poo“ vertreten die Meinung, dass durch übermäßiges Waschen mit chemisch hergestellten Produkten die natürlichen Öle der Kopfhaut, genannt Sebum, entfernt werden. Um das auszugleichen, produziert die Haut übermäßig viele Öle und das Haar wird fettig.

Ein anderer Grund, komplett auf Shampoo zu verzichten: Die Inhaltsstoffe. Gerade die Sulfate können Hautirritationen hervorrufen. Silikone schädigen die Haarstruktur und lassen die Tressen nach langem Gebrauch strohig zurück. Und Triclosan, das antiseptisch in viele Haarprodukte beigegeben wird… Da will ich gar nicht mit anfangen. Wen es interessiert, kann es hier nachlesen. 

Alles Panikmache oder die reine Wahrheit? Sollen wir uns im Wald verstecken und vor uns hin stinken? Oder zu Hause den ganzen lieben langen Tag unsere eigenen Pflegeprodukte herstellen, damit wir 103 Jahre alt werden? Wenn es danach ginge, dürften wir nichts mehr essen, trinken, keine Kleidung mehr tragen, natürlich. Unsere Umwelt belastet uns, wenn wir nur die Straße entlang gehen. Unsere Körper saugen die Schadstoffe schon mit der Muttermilch auf. Und ja: Auch ich ziehe mir von Zeit zu Zeit einen unglaublich ungesunden und schädlichen Fastfood-Burger rein. Weil’s schmeckt!

Aber. Aber warum nicht mal ein bisschen drauf achten? Kann ja nicht schaden. Sondern eher helfen. Deshalb färbe ich mir die Haare nicht mehr (und mein Ansatz ist schon 3 Zentimeter lang – nach meiner Rechnung ist die Farbe in zwei Jahren rausgewachsen. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…). Und deshalb will ich „No poo“ ausprobieren. Was kann schon passieren? Ich laufe sechs Wochen mit fettigem Haar rum, im schlimmsten Fall. Aber hey, sie sind kurz. Notfalls behaupte ich, das ist Gel. Und der Geruch? Ich werde wöchentliche Schnuppertests absolvieren lassen, durchgeführt durch Nasen, die sich freiwillig melden. Oder gezwungen werden. Notfalls ziehe ich Natron hinzu. Das soll die Geheimwaffe sein. Die Alternative zu Shampoo. Aber ich hoffe, das wird nicht nötig sein. Ich möchte nur noch Wasser an mein Haupt lassen. Sehr warmes, reines Wasser. Das spült alles aus, angeblich. Wir werden sehen. Breche ich vorzeitig ab, werde ich berichten. Ziehe ich es durch, auch. Drückt mir die Daumen (und sagt mir, wenn mein Kopf riecht…)!

P.S.: Den letzten Schritt werde ich nicht gehen – noch nicht einmal mehr Wasser an mein Haar lassen. Die Kopfhaut sich selbst reinigen lassen. Denn auch das soll wunderbar funktionieren. Aber irgendwo gibt es doch Grenzen…

Kommentare:

  1. Hey!
    Ich hab davon auch schon gehört, hatte aber bisher wegen Bewerbungsgesprächen keine Möglichkeit, dass auszuprobieren. Ich habe mich aber schon viel damit beschäftigt und will es spätestens im Sommer wieder ausprobieren. Zwei Tipps habe ich aber für dich:
    1. Bürsten. Wenn du immer vom Ansatz in die Spitzen bürstest, auch kopfüber und von den Seiten, verteilst du das Fett in den Haaren. So vermeidest du auch trockene Spitzen.
    2. Wenn mal doch zu fettig is: 2 EL Maisstärke ins Haar ein massieren und am Ende gründlich aus bürsten oder auch auswaschen. Die Stärke saugt das Fett auf.


    Liebe Grüße,
    Dani

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    1. Hey, stimmt, das mit dem Bürsten hab ich ganz vergessen zu erwähnen. Danke für den Zusatz!
      Das mit der Maisstärke wusste ich nicht. Coole Sache! Bin mal gespannt, ob ich es schaffe... :)

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