10/18/2013

Die schönste Sache der Welt


Nämlich Essen! Heute geht es nur ums Essen. Was ich den ganzen Tag könnte. Meistens auch tue. Bei meiner Familie bin ich bekannt als "die Wanderheuschrecke". Wenn ich zu Besuch war, sind die Schränke leer. Ich möchte euch in diesem Post zwei tolle Tipps zum Außerhalb-Essen und zwei zum Zu-Hause-Futtern geben. Da ist für jeden was dabei.




Mein kürzlicher Besuch der 43.000-und-Einsten Einwohnerin von Brühl führte uns nach einer (feucht-)fröhlichen Nacht am nächsten Morgen (okay, geben wir es zu: Es war 12:30 Uhr...) in die Innenstadt. In der Nacht zuvor entdeckten wir, dass es im Cafe Mäx Frühstück bis 14:30 Uhr gibt - topp und abgemacht und genau das Richtige also! Wir entschieden uns nach Sondierung der Karte für ein Kreativfrühstück. Mit 11,50 Euro ein stolzer Preis, aber wir wollten es richtig krachen lassen! Doch beim Bestellen entspann sich folgender Dialog:

Bedienung: "Was darf's denn sein?"
Wir: "Zweimal das Kreativfrühstück, bitte."
Bedienung (zieht die Augenbrauen hoch): "Sicher?"
Wir: "Ähm... ja?"
Bedienung: "Nur weil... die meisten Gäste bestellen sich zu zweit nur ein Kreativfrühstück."
Wir: "Aber wir haben Hunger!"
Bedienung: "Also, das Kreativfrühstück... das ist schon viel..."
Wir (oh wie naiv): "Kann man da auch nachbestellen?"
Bedienung (mit leicht verborgenem Grinsen): "Das ist kein Problem."
Wir: "Also dann einmal das Kreativfrühstück."

Und dann kam das Kreativfrühstück: Brot und Brötchen, Schinkenröllchen mit Thunfisch-Creme, warme Hühnchenbrustscheiben in Curry, Sahnequark mit Cranberries, St. Albray, Serranoschinken, Walnusspesto und ein süßes, kleines Schälchen mit Chorizo-Scheiben. Kurz darauf folgte zusätzlich auch noch ein dicker Crepe mit Ahornsirup - und der Tisch war voll! Unsere Mägen kurz darauf übrigens auch. Ich glaube, ein oder zwei Brötchen blieben über. Das also zum Thema Nachbestellen. Meine Favoriten: Die Thunfisch-Creme, der Quark mit den Cranberries und der wunderbare, luftige, dicke, wohlschmeckende Crepe!!! Leckerleckerlecker! Zusätzlich ist das Ambiente gemütlich und die Bedienungen total nett und wenn ich in Brühl wohnen würde wäre ich jede Tag dort. So.

P.S.: 5,75 Euro pro Person für dieses Hammer-Frühstück ist übrigens der Schnapper schlechthin!




A propos Frühstück: Solltet ihr nicht die Gelegenheit haben, durch Brühl zu kommen, empfehle ich euch Paprika-Eier am Morgen. Denkbar einfach: Paprika in Ringe schneiden. Dabei darauf achten, dass ihr große Paprika nehmt, denn wenn sie zu klein sind, quillt die Masse des Eis darunter hervor, wie ihr in Ansätzen oben sehen könnt. Rein mit den Paprika in eine Pfanne, die Eier als Spiegelei hinein füllen und dann erhitzen. Wie ihr das perfekte Spiegelei hinbekommt, verrate ich unten! Wenn ihr wollt, würzt die Eier noch mit Pfeffer und Salz und Kräutern. Und fertig! Nicht nur ein leckeres und gesundes Frühstück, sondern die Augen dürfen auch mitessen. 




 
Eier, wir brauchen Eier. Ich bin ja großer Fan dieses tierischen Produkts. Denn es liefert wichtiges Lecithin (gut für die Leber!), macht Haut und Haare schön (durch Eiweiß und Schwefel) und wenn man nicht zu viele Eier am Tag futtert, ändern sie auch nichts am Cholesterin-Haushalt. Go, Ei!

Ich habe lange gebraucht, bis ich das perfekte Spiegelei hinbekommen habe. Aber wenn ich was will, bekomme ich das auch und setze alles dran. Und so, nach einem halben Jahr Trial and Error, könnt ihr nun das Produkt bewundern. Leider nicht probieren, aber ich versichere euch: De-li-zi-ös! 

Und so geht's: Herdplatte vorheizen und Olivenöl (was anderes kommt mir nicht ins Haus!) erwärmen. Stellt sie ruhig auf volle Pulle. Dazu muss ich sagen, dass meine Herdplatte einen direkten Draht zur Hölle hat. Sie ist also sofort sehr, sehr heiß. Ihr müsst euer Rezept natürlich eurer Herdplatte anpassen. Die Wärme ist nämlich das Entscheidende.

Dann ab mit den Eiern in die Pfanne. Eine halbe Minute auf voller Hitze lassen, dann die Platte herunterdrehen und die Eier ungefähr fünf Minuten auf niedriger Flamme durchköcheln lassen. Immer mal wieder mit einer Gabel an den Seiten hochheben, um sicher zu gehen, dass sie nicht anbrennen. Wenn das Eigelb noch leicht glibberig ist und nicht mehr von selbst verläuft, ist das Ei fertig, jedenfalls für mich. Ich liebe glibberig! Die Eier dann vorsichtig auf einen Teller gleiten lassen und die Resthitze nutzen, um dünnen Frühstücksspeck zu braten. Die dürfte ausreichen, damit er schön kross wird.

Wie man oben ein wenig sehen kann, habe ich mir zusätzlich frische Champignons angebraten, die ein wenig unter dem Ei hervor lugen. Und auch hier habe ich kräftig mit Pfeffer und Salz nachgewürzt. Die Küchenkräuter habe ich im noch flüssigen Ei angebraten. Variieren könnt ihr natürlich so, wie ihr wollt. Bin ja kein Despot!

Und ganz wichtig: Eier nur vom Bio-Hof kaufen!!! Alles andere, auch wenn Freilandhaltung drauf steht, ist Tierquälerei.




 
Last, but not least, ein Foto aus der Heimat. Im wunderschönen Marburg (Hessen) befindet sich mein kulinarischer Geheimtipp: Das schwedische Restaurant Edlunds. Ich bin großer Schweden-Fan (wer noch nicht in Stockholm war, sollte sofort einen Flug buchen. Vertraut mir!) und liebe das Essen der Nordländer. Und hier wurde ich nicht enttäuscht. Am Marktplatz in der Oberstadt verbrachte ich einen bauchfüllenden und geistig anregenden Abend mit meiner Bestie (nicht das Ungeheuer, sondern im englischen Sinne!). 

Als Hauptgericht ließ ich mir typisch schwedische Köttbullar (ausgesprochen: Schöttbullar) schmecken. Nur Original mit Rahmsoße, Preiselbeeren, Kartöffelchen und Salat (getoppt mit der leckersten Salatsoße, die ich jemals kosten durfte - Himbeer-Vinaigrette, mjam!). Kostenpunkt: 10,90 Euro.
Ich konnte nicht wiederstehen und gönnte mir als Nachtisch Våfflor - Waffeln mit den schönen Namen Drottning Silvia. Mit Königinsmarmelade (Drottningsylt) und Vanilleeis für 3,70 Euro. Ein Gedicht!
 
Im Restaurant fühlt man sich gleich sehr familiär aufgehoben. Die Küche ist teilweise einsehbar, die Bedienungen sehr freundlich und der schwedische Stil zieht sich durch das gesamte Lokal. Besonderer Eyecatcher: Auf den Toilettentüren befinden sich Bilder von Königin Silvia (für kleine Mädchen) und König Carl Gustaf (für kleine Jungs). Süß! Daumen hoch für Svenska!

Kommentare:

  1. Ich mag glibberige Eier nicht so sehr. Ich drehe das Spiegelei immer noch eine Sekunde um (in der Pfanne!) damit der glibberigste Glibber verschwindet. :D

    Liebe Grüße,
    Bearnerdette

    Bearnerdettes Welt

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  2. Das ist auch eine super Idee! Hab ich mal versucht, aber dann verläuft mir wieder alles... So ein Profi bin ich noch nicht ;). Vielleicht mag ich glibbrig nur, weil ich es muss? :D

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    1. Haha, wer weiß? :D Ich liebe Stockholm/Schweden übrigens auch!

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  3. Oh, wie lecker das alles aussieht! Ich hab richtig Hunger (der Freund schläft noch und ich will auf ihn warten) und finde das gerade einfach alles lecker... davon lass ich mich auf jeden Fall fürs Frühstück am Wochenende inspirieren, mhh!

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    1. Und, was gab's zum Frühstück? ;) Ich bin jetzt schon süchtig und muss da bald wieder hin!

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